Das Coronavirus ist der Sargnagel der Euro-Währung

Im Sommer 2009 schrieb ich in meinem Newsletter folgendes: Niemand weiß, wann es zum „Showdown“ an den Finanzmärkten kommen wird und somit unser Geld entwertet wird. Aber dass er kommen wird, steht für mich außer Frage. Schon immer war unsere Deutsche Mark vielen Europäern, insbesondere den Franzosen, ein Dorn im Auge. Sie wollten, dass endlich Schluss ist mit der Währungs-Vormachtstellung der Deutschen in Europa. Jahrzehnte konnte sich die deutsche Politik tapfer gegen derlei Anfeindungen verteidigen.

Dann kam der 9. November 1989. Der deutsche Traum der Wiedervereinigung war zum Greifen nahe. Nun mussten nur noch die „befreundeten“ europäischen Nachbarn zustimmen, und Deutschland war wieder ein Volk und ein Land. Diesen Traum erkauften sich die Deutschen mit der Aufgabe der weltweit geachteten starken D-Mark und der Einführung des Euro. Der luxemburgische Finanzminister Jean-Claude Juncker war einer der Geburtshelfer des Euro. Er war einer der wichtigsten Vermittler zwischen den großen europäischen Nachbarländern. Historisch ist sein Interview mit der Berliner Zeitung am Silvesterabend des 31.12.2001. Sie erinnern sich: Dieses war der letzte D-Mark-Tag. Am 1.1.2002 wurde der Euro in 12 EU-Ländern als offizielles Zahlungsmittel eingeführt. Auf die Frage, ob der Euro der Preis sei, den die Deutschen für ihre Wiedervereinigung zahlen müssten, sagte Juncker :

„So würde ich das formulieren. Aber sicherlich haben sich die Franzosen gesagt: Deutschland wird größer, und deswegen muss Deutschland noch mehr in Europa festgemacht werden. Und es muss auch Schluss sein mit der Vormachtstellung der Deutschen Mark. Die Franzosen haben zwar diesen Preis nie ausdrücklich verlangt, aber sie haben die Gesamtkonstruktion so hinbekommen, dass es einfach so war.“

Wie schnell die Politik handeln kann, wenn es ums Geld geht, hat der Steuerzahler täglich vor Augen. Selbst ein Mammutprojekt wie die Einführung des Euro kann, wenn sich alle einig sind, in Stunden entschieden werden! Im selben Interview mit der Berliner Zeitung sagte Junckers: „Die Euro-Einführung wurde nur etwas mehr als ein Jahr verhandelt, bevor sie beim Gipfel von Maastricht beschlossen wurde. Es ging ganz schnell. In Maastricht haben wir nur eine Stunde lang über die Währungsunion gesprochen, dann war das Thema durch.“

Unglaublich. In nur einer Stunde können die EU-Finanzminister eine Entscheidung treffen, die dieses Europa nachhaltiger verändern wird wie kaum eine andere Entscheidung. Und genau hier sehe ich ein Problem. Es wird unisono behauptet, dass die Europäische Zentralbank laut dem Maastricht-Vertrag völlig unabhängig und allein der Geldwertstabilität verpflichtet ist. Wer aber hat diesen Vertrag ausgearbeitet? Es waren nicht die Banker, sondern Politiker! Wer solche Verträge macht, der hat auch die Macht, sie wieder außer Kraft zu setzen, wenn es die Umstände erfordern sollten. Und genau das ist passiert seit Jahren. Das Coronavirus wird jetzt dazu genutzt, noch massiver geltendes Recht zu brechen. Gnadenlos auf Kosten der Steuerzahler und Sparer. Unfassbar.

 

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