Was wir von einer Currywurst lernen können

Krisen kommen und gehen. Das lässt sich in einer Wirtschaft niemals vermeiden. Einzig der Umgang mit ihnen entscheidet. Auch Krisen haben ihre Chancen und wer diese nutzt, der kann aus ihr gestärkt hervorgehen. Wer sich aber vom Gefasel der Medien in den gedankenlichen Abwärtsstrudel reißen lässt, wird sich ebenfalls bestätigt sehen und als Verlierer vom Platz gehen. Die Schuld daran trägt natürlich die Krise und nicht die Person selbst.

Dabei entstehen Krisen nicht nur in der Wirtschaft, sondern vor allen Dingen in unseren Köpfen.

Das Geschäft der Currywurst lief sehr gut, bis …

Es war einmal ein Mann, der lebte an einer Bundesstraße und verdiente seinen Lebensunterhalt mit dem Verkauf von Pommes Frites und Currywurst am Straßenrand. Sein Geschäft lief sehr gut, weil die Bundesstraße zwei wichtige Städte verband und keine Autobahn vorhanden war. Der Mann war alt, seine Ohren waren nicht mehr so gut, darum hörte er nie Radio. Seine Augen waren nicht mehr so gut, darum las er nie Zeitung. Gut aber waren die Pommes und die Currywürste, die er verkaufte. Deshalb stellte er sich immer wieder an die Straße und rief: „Eine Currywurst gefällig?“ Die Autofahrer wussten um die Qualität und hielten an. Das sprach sich schnell rum, und so wurde seine „Frittenbude“ zum zentralen Haltepunkt vieler Auto- und Lastwagenfahrer. Sehr zur Freude dieses Mannes. Mit anderen Worten: Läuft! Deshalb erhöht er seine Lieferantenbestellungen für Würstchen und Pommes.

Darüber hinaus investierte er in einen noch größeren Grill und eine größere Fritteuse. Nur so konnte er mit den Anforderungen der Bestellungen Schritt halten. Schließlich stellte er eine Helferin ein, um die Kunden noch schneller beliefern zu können. Die Tochter dieses Mannes studierte an einer Universität weit weg vom Standort der Imbiss-Bude. Doch ließ sie es sich nicht nehmen, ihren Vater zu besuchen. Nach der überschwänglichen Begrüßung der Beiden wies die Tochter ihren Vater auf einen Umstand hin: „Papa, hast du es nicht im Radio gehört? Hast du es nicht in der Zeitung gelesen? Wir haben eine schlimme Rezession im ganzen Land, insbesondere hier in „unserem“ Bundesland. Wir werden alle vor die Hunde gehen!“ Das war dem Vater mehr als peinlich. Schließlich war er „nur“ ein Würstchenverkäufer, während seine Tochter studierte.

Für ihn war sie im Besitz der Wahrheit, während er sich als „kleines Licht“ ohne große Ahnung fühlte. Schließlich musste er sich um seine Kunden kümmern. Da blieb kaum Zeit, sich mit den Medien zu beschäftigen. Diese Zeit, so schien es, hatte die Tochter. Sie las die Zeitung, war im Internet unterwegs, hörte Radio und schaute TV. Wenn ein Mensch wusste, wie es aktuell um die Republik stand, dann doch sie, dachte sich der Vater, der voll und ganz seiner Tochter vertraute. Er wollte kein Risiko eingehen. Deshalb reduzierte er seine Bestellungen für Würstchen und Brötchen gegenüber seinen Lieferanten. Er nahm seine Reklameschilder von der Straße. Darüber hinaus sparte er sich die Mühe, sich an die Straße zu stellen und seine Würstchen anzupreisen. Dadurch brach über Nacht sein Umsatz zusammen. „Du hast Recht, mein Darling“, sagte der Vater zur Tochter, „wir befinden uns wirklich mitten in einer Rezession.“

Ich meine in der Bibel gelesen zu haben: „Euch geschehe nach eurem Glauben!“

Wie wahr!

Als 2008 die weltweite Finanzkrise nicht zuletzt durch den Konkurs der US-amerikanischen Lehman Brothers-Investmentbank Fahrt aufnahm und den Globus in die größte finanzielle Krise der Nachkriegszeit stürzte, waren sich alle Experten sicher: Das war es. Nun kann es nur noch bergabwärts gehen.

Heute, über zehn Jahre später, wissen wir, dass es das nicht war. Insbesondere Deutschland steht am Besten da. Hier legte von 2008 bis 2018 die Wirtschaftsleistung um mehr als 800 Milliarden Euro auf fast 3,39 Billionen Euro zu. Zudem waren 2018 mehr als fünf Millionen Menschen in Brot und Arbeit als 2008. Darüber hinaus stieg das verfügbare Einkommen privater Haushalte (Einkommen plus Sozial- und Transferleistungen abzüglich Steuern und Sozialabgaben) um rund 4.200 Euro auf rund 23.300 Euro – je Einwohner. Daneben sank die Staatsschuldenqoute (= Schulden der öffentlichen Haushalte in Relation zum Bruttoinlandsprodukt) von 78 Prozent im Jahr 2010 (Allzeithoch) auf 60 Prozent in 2018.

Was lernen wir daraus?

Bange machen gilt nicht. Handeln Sie stets im Rahmen Ihrer persönlichen Möglichkeiten. Hören Sie auf Ihre intuitive Stimme, die um so viel mehr weiß als vermeintliche Finanz-Experten, die einen Untergang der Welt herauf beschwören. Das wird nicht passieren, solange die Sonne scheint. Sie verschwindet in x-Millionen Jahren. Nutzen Sie dagegen die Zeit ich Ihren Jahren, um mehr Geld aus Ihrem Geld zu machen. Ihre Intuition ist verlässlicher als die der Experten.

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