Leute kauft Land

„Leute kauft Land, Gott schafft kein neues“ mahnte bereits vor etlichen Jahren der US-amerikanische Schriftsteller Mark Twain.

Genau daran aber hapert es hierzulande. Die Leute würden kaufen, wenn es denn entsprechende Angebote gäbe. Gibt es aber nicht.  Im Hinblick auf die katastrophale Situation für Mieter besteht dringender Handlungsbedarf.

Das hat auch der Co-Vorsitzender der SPD erkannt. Deshalb fordert er jetzt eine Bodenwertzuwachssteuer. Einmal mehr zeigt sich, wie weit sich Politik von der Realität entfernt hat. Eine solche Steuer wird das Gegenteil des Gewünschten erreichen. Darüber hinaus trifft es, wieder einmal, die Falschen.

Aber dafür steht bekanntlich seine SPD: Neid um jeden Preis erzeugen. Wer vor Jahren und damit zu einer Zeit, als der Wohnungsmarkt noch nicht aus den Fugen geraten war, sein Häuschen gekauft hat, legt sich bis heute krumm dafür. Die Zinsen für das Darlehen darf er steuerlich nicht berücksichtigen, aber einen buchhalterischen Gewinnzuwachs, der nur auf dem Papier steht, solange das Objekt nicht verkauft wird, soll besteuert werden. Was für ein Wahnsinn.

Hat sich die Politik schon mal gefragt, warum Landwirte ihre Grundstücke nicht verkaufen? Nicht alle spekulieren auf höhere Preise. Die Steuern sind ihr Problem. Landwirtschaftliche Liegenschaften werden in der Bilanz als Betriebsvermögen mit einem sehr geringen Wert ausgewiesen (für gewöhnlich). Verkauft ein Landwirt nun diese seine Flächen als Bauerwartungsland, wird er einen deutlich höheren Verkaufspreis erzielen, was zu einem Bilanzgewinn führt der mit einem Einkommensteuersatz von 42 Prozent plus Soli-Zuschlag zu versteuern ist. Weil so viel Geld vom Gewinn an den Fiskus abgeführt werden muss, behält der Bauer sein Land und lässt den lieben Gott einen guten Mann sein.

Wer Wohnraum schaffen will, der darf keine neue Steuern erheben. Er muss sie senken. Denn wenn der Staat den Verkauf von Bauerwartungsland steuerlich begünstigen würde, sähe die Situation für die Verkäufer um ein vielfaches besser aus. Ist er zufrieden, werden eines Tages durch seine Zufriedenheit sehr viele neue Wohnungen entstehen. Aber, wie erwähnt, wenn Neid das Hirn frisst, dann kann man sich eben keine glücklichen Verkäufer zum Wohle aller vorstellen.

Doch dieses Logik scheint sich in der Politik noch nicht herumgesprochen zu haben. Wie denn auch? Wenn man ganzen Tag nur im Berliner Elfenbeinturm sitzt, weiß man eben nicht, wie das Leben da draußen funktioniert.

 

 

 

 

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