So erfüllst du dir deinen Traum vom Eigenheim

Irgendwie schon komisch. Da gehen Tausende von Menschen auf die Straße, um gegen Wohnungsnot und Mietsteigerungen zu protestieren, während das Statistische Bundesamt davon spricht, dass fast jeder zweite Haushalt über mindestens eine Immobilie verfügt. Tendenz steigend. Und doch gehört Deutschland mit dieser Quote zum Schlusslicht in Deutschland.

Hast du eine Immobilie? Dann hast du alles richtig gemacht. Selten stiegen die Preise für Immobilien so stark wie in den letzten Jahren. Ein Ende dieser Entwicklung ist nicht abzusehen, weil es eben nicht den „starken Euro“ gibt, der uns einst versprochen wurde. Er zwingt die Menschen dazu, ihr Geld vor einem möglichen Crash in Sicherheit zu bringen. Diese sieht der typische Deutsche noch immer in Immobilien. Deshalb sprechen die einen von einer Immobilienblase, die sich dadurch entwickeln wird. Die anderen – die Schlauen – diskutieren nicht darüber, was wann mal sein könnte. Sie handeln im Rahmen ihrer Möglichkeiten. Niemand kann verbindlich die Zukunft vorhersagen. Ich erinnere mich noch sehr gut an die Zeit zurück, als die (sogenannten) Experten vor einem drastischen Bevölkerungsschwund in Deutschland warnten. Das hätte sich natürlich auf die Immobilien ausgewirkt. Weniger Einwohner bedeutet zwangsläufig eine geringere Nachfrage nach Wohnungen. Von diesen Prognosen ist nichts geblieben. Das Gegenteil ist der Fall. Seit Jahren kommen Millionen von Menschen nach Deutschland. Jedes Jahr sind es über 160.000. Sie alle brauchen ein Dach über den Kopf, genauso wie die Arbeiter und Angestellte, die berufsbedingt in eine andere Stadt ziehen müssen.

Diese Situation ist exemplarisch für das Leben an sich. Es lässt sich nicht planen. Das Mathe-Genie Blaise Pascal hatte es einst treffend ausgedrückt: „Wenn du Gott zum Lachen bringen willst, erzähl ihm von deinen Plänen“. So ist das Leben: Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Ich will damit sagen, dass es allein darauf ankommt, was du willst. Handel danach und höre nicht auf andere, diese Bedenkenträger und Energiebremsen, die, aus welchen Gründen auch immer, großen Spaß daran haben, uns die Lebensfreude zu nehmen. Wenn du in eine Immobilie investieren willst, dann tue es. Jetzt. Warte nicht auf andere Zeiten. Wer auf die Aussagen der Experten gehört hat, hat heute das Nachsehen. Sie warnten einst vor diesem Investment. Wer nicht auf sie hörte, kann, je nachdem wann er eingestiegen ist, eine Verdoppelung des Wertes verbuchen. Steuerfrei (nach zehn Jahren).

In diesem Zusammenhang werde ich oft nach der besten Finanzierung gefragt. Die gibt es tatsächlich. Wer sich ein Eigenheim zulegen möchte, sollte diese zu 100 Prozent mit Eigenkapital bezahlen. Vermieter indes tun das Gegenteil. Sie finanzieren bis zu 100 Prozent. Die Zinsen für dein Eigenheim kannst du nicht von der Steuer absetzen. Deshalb sind diese Kosten von dir zu tragen und die sind hoch. Vermieter können Kreditzinsen als Werbungskosten absetzen und so Steuern sparen. Darüber hinaus kannst du solange nicht über dein Eigentum frei verfügen, wie du eine Bank im Grundbuch stehen hast. Deshalb empfiehlt sich Bargeld.

Keine Sorge, ich komme nicht vom anderen Stern. Mir ist sehr wohl bewusst, dass die Preise inzwischen auf einem Niveau notieren, die es fast unmöglich machen, das Objekt seiner Begierde cash zu bezahlen. Das darf dich nicht davon abhalten, so viel Eigenkapital wie möglich einzusetzen. Auch hier darfst du nicht auf das Gesülze der Kreditanbieter hören. Diese sprechen stets von 20 Prozent Eigenkapital, was du haben solltest. Das hat etwas mit den Beleihungskritieren zu tun, die für dich nicht so wichtig sind, da es dabei um die Sicherheit für die Kreditgeber geht. Viel wichtiger ist für dich die Frage, was dich der Traum vom Eigenheim monatlich kostet und ob du in der Lage bist, diesen Betrag aus deinem Einkommen zu bestreiten.

Nehmen wir an, dein Familien-Einkommen liegt bei monatlich 4.000 Euro (netto). Dann kannst du dir eine Kreditrate von rund 1.500 Euro leisten. Bei einem Zinssatz von 1,5 Prozent und einer Tilgung von 2,655 Prozent (Gesamtlaufzeit des Darlehens 30 Jahre) kann du so 434.000 Euro finanzieren. Wenn das Objekt incl. aller Nebenkosten bei 650.000 Euro liegt, brauchst du 216.000 Euro an Eigenmitteln und damit 33 Prozent. Würden, wie Experten sagen, 20 Prozent ausreichen, geht das einher mit einer höheren monatlichen Rate. Diese läge dann nicht bei 1.500 Euro, sondern um 300 Euro höher. Du müsstest 30 Jahre dann 1.800 Euro monatlich zahlen. Überlege dir sehr genau, ob du bereit bist, diese deutlich höhere Belastung über diese lange Zeit tragen zu wollen. Überlege dir auch, ob du es kannst. Vergesse darüber das Leben nicht. Eine eigene Immobilie zu besitzen ist großartig. Darin sorglos zu leben noch großartiger. Bringe dich niemals in eine Situation, in der dich die Schulden zu erdrücken drohen. Denn selbst wenn du die ersten zehn Jahre durchhältst, und im elften Jahr deinen Job verlierst oder krank wirst, kann dir deine Bank die Immobilie nehmen, wenn du diese nicht mehr bezahlen kannst. Dann war alles umsonst. Dieses Drama verhinderst du, indem du dich stets im Rahmen deiner finanziellen Möglichkeiten bewegst, dich nicht von unrealistischen Träumen leiten lässt und so viel wie möglich an Eigenkapital mitbringst. Letzteres heißt: Nutze jeden Tag, dir ein Vermögen aufzubauen. Je früher du beginnst, desto schneller gelingt es dir.

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