Die Zinsen sind tot

Die Spatzen pfeifen es inzwischen von den Dächern. Die Zinsen werden auf Jahrzehnte nicht nur niedrig bleiben, sondern noch unterhalb Null fallen. Wenn Frau Lagarde ab November 2019 das Zepter in die Hand nimmt, dann werden wir schon sehr bald eine Zinspolitik zu spüren bekommen, die dem „kleinen Mann“ die Luft zum atmen nehmen könnte. Damit zeigt sich einmal mehr, dass der Euro eine Todgeburt war. Der Versuch, ihm neues Leben einzuhauchen ist vergleichbar mit einer Mund-zu-Mund-Beatmung eines bereits gegrillten Hähnchens. Die Politik der EZB ist so was von gegen die Wand gefahren, dass es ein zurück zur alten Politik nicht mehr geben wird.

Das können Sie nicht ändern. Das kann ich nicht ändern. Selbst die Banken können es nicht ändern. Wir sind Opfer einer monetären Ideologie, die auf dem Scheiterhaufen landen wird. Das ist keine Frage, ob es passiert, sondern nur noch wann es soweit sein wird. Bis dahin aber können Sie handeln. Inzwischen sollte es auch dem Letzten unter uns klar sein, dass die alte Welt des Geldes tot ist. Vorbei die bequemen Zeiten, in denen man sich nicht wirklich ums Geld hat kümmern müssen. Die Banken und Sparkassen verzinsten das angelegte Kapital, Lebensversicherungen waren Garanten in Sachen Sicherheit, Stabilität und Rendite, Staatsanleihen so sicher wie das Gold in Fort Knox. Das ist inzwischen Geschichte.

Weinen wir diesen Zeiten nicht hinterher. Konzentrieren wir uns auf das Machbare. Schauen wir auf die Möglichkeiten, die uns diese Welt bietet, statt an Altem zu klammern und auf bessere Zeiten zu hoffen.

Wenn Sie fürs Geld keine Zinsen mehr bekommen, dann schauen Sie zum einen nach Anlage-Alternativen. Zum anderen werfen Sie verstärkt einen Blick auf Ihre monatlichen Kosten. Bequemlichkeit hat seinen Preis. Der Mensch als Gewohnheitstier hinterfragt selten ob das, was er seit Jahren routinemäßig erledigt, noch dem Zeitgeist entspricht. Gehen Sie davon aus, dass die Banken in den nächsten Monaten massiv an der Gebührenschraube drehen werden, um ihr eigenes Überleben zu sichern. Wenn die Institut kein Geld mit dem Geld der Anleger verdienen können, werden sie über eine neue Kostenstruktur versuchen, diesen Einnahmeausfall zu kompensieren. Dabei zahlen Bankkunden schon heute einen hohen Preis für ihr Konto.

So veröffentlichte die Bild-Zeitung am 31.7 exklusiv das Ergebnis einer Studie über Bankgebühren. In Auftrag gegeben hat diese Studie das Bankhaus Ing-Diba und das Finanzportal Biallo. Laut dieser Studie sind in der Bankenmetropole Frankfurt die Bankgebühren mit durchschnittlich 73,36 Euro am höchsten, gefolgt von Leipzig mit 71,35 Euro und Hamburg mit 68,02 Euro pro Jahr.

Dabei gibt es, so die Studie, exakt 100 Banken und Sparkassen in Deutschland, die ein Konto ohne Kontoführungsgebühr anbieten. Darunter 38 Institute, die das Konto insgesamt kostenlos führen.

Wer heute für ein Bankkonto Gebühren zahlt, der sollte sich mit seiner Kritik an die Nullzins-Politik der EZB zurückhalten. Wenn es schon keine Zinsen gibt, dann ist es um so wichtiger, sich die Kostenseite genau anzuschauen, denn: „Gespart ist verdient“.

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