„Friday for reason“ statt „friday for future“

Kein Tag, in dem die Groko nicht darüber spekuliert, ob sie bis zum Ende der Legislaturperiode hält. Zudem lässt sie sich von einer Schwedin in Sachen Klima die Leviten lesen. Als wenn es eine 16-Jährige dafür gebraucht hätte, die sich zudem mit sauberen Klimawerten ihres Heimatlandes brüstet, ohne zu erwähnen, dass dort die Atommeiler am Netz sind, während in Deutschland selbige vom Netz genommen werden. Gleiches gilt für einen Typen Namens Rezo.

Das Internet liegt beim Stromverbrauch auf Platz 3

Der treibt die CDU vor sich her, testiert ihr Versagen auf ganzer Linie, insbesondere in Sachen Klima. Obwohl viele Behauptungen aus dem Zusammenhang gerissen sind, gelingt es der CDU nicht, auf seine Aussagen zeitnah wie angemessen zu reagieren. Dabei sorgt nicht nur dieser Typ, sondern eine ganze Generation dafür, dass der Co2-Ausstoß nicht zurückgehen wird. Auch wenn sie freitags fürs Klima schwänzen, sollte ihnen klar sein, dass der Strom nicht aus der Steckdose kommt.

Alle Daten, Bilder und Videos, die unsere ach so aufgeklärte Jugend auf ihre Smartphones um die Welt senden, liegen auf stromfressenden Servern. Deren Rechnerleistung verdoppelt sich alle anderthalb Jahre. Zudem nimmt die Menge der Rechner stetig zu. Beim weltweiten Stromverbrauch liegt das Internet auf Platz 3. Tendenz steigend, da die Clouds gigantische Energiemengen fressen. Natürlich bekräftigen die Big-Data Unternehmen, wenn noch nicht geschehen, doch schon bald Strom aus erneuerbarer Energie zu beziehen. Sie vergessen zu erwähnen, woher der Strom kommt, wenn Wind und Sonne mal nicht so schaffen, wie sie sollten.

Kaum ein Schüler, welches auf einer Klima-Demo aufs Smartphone verzichtet. Möglicherweise haben einige von ihnen schon das 5G-Netz. Inzwischen mehren sich international etliche Indizien, dass diese neue Funktechnik nicht nur thermisch, sondern selbst unterhalb der Grenzwerte biologisch wirken kann. Das ist für die Gesundheit alles andere als zuträglich. Zudem entstehen hohe Verlustenergien und wer in der Schule gut aufgepasst hat, der weiß aus der Wärmelehre, dass alles in Wärme übergeht – somit auch die Strahlen.

Aus der Wissenschaft ist zu hören, dass nicht nur Menschen, sondern auch Bäume unter dieser aggressiven wie gesundheitsschädlichen Strahlung leiden. Seit einigen Jahrn vergeht kaum noch ein Tag ohne Meldung über das Waldsterben. Natürlich eine Folge des Klimas. Zur Wahrheit gehört, dass unsere Gier nach einem lückenlosen und störungsfreiem Funknetz zu dieser Entwicklung beiträgt und sie sogar mit Blick auf G5 noch verschärfen wird. Doch welcher Schüler verzichtet auf ein Smartphone. Von wegen „Wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut“.

Friday for Future

Die Berliner Groko schweigt zu allem. Hin und wieder lobt sie das Engagement der Jugend, die ja so selbstlos fürs Klima trommelt. Keine Kritik an deren Rechtsbruch ob bestehender Schulpflicht. Gilt die auch dann nicht, wenn die Schüler auf die Straße gehen, weil Trump aus dem INF-Vertrag ausgetreten ist? Ist eine mögliche atomare Bedrohung durch den Klassenfeind weniger gefährlich als das Klima?

Natürlich ist es mir wichtig, dass Generationen nach mir Freude am Leben haben. Dazu trägt nicht nur das Klima bei, sondern auch die Arbeit und die wird uns ausgehen. Bereits vor drei Jahren warnte der Siemens-Vorstand Joe Kaeser, dass die Digitalisierung die Mittelschicht vernichten wird. Vor einem Jahr schätzten Oxford-Wissenschaftler, dass bis 2030 jeder zweite Job in den Industriestaaten wegfallen wird. Die neue Technik wird eben nicht für neue Arbeitsplätze sorgen. Von zehn Menschen steigt einer auf und neun ab. In allen Berufen, in denen Maschinen (Roboter, Künstliche Intelligenz) die Arbeit übernehmen können, braucht es keine Menschen mehr.

Kreative Menschen sind nicht ersetzbar. Ein Grund mehr, sich um sich selbst zu kümmern, statt auf den Staat zu hoffen.

Damit das klar ist: Ich freue mich über das Engagement der Jugend. Ich habe aber ein Problem damit, wenn wir „alten Männer“ aufgefordert werden, uns zu ändern, während die Fordernden etliche Gründe ins Feld führen, sich nicht ändern zu können. Sie also nur fliegen würden, wenn es notwendig ist. Aha. Ich kenne keinen Manager, der zu seinen Termin fliegt, weil es nicht wichtig ist.

Ihre Freitags-Demo wäre für mich glaubwürdiger, würden sie selbst mit gutem Beispiel vorangehen. Als Kind der 1960er-Jahre habe ich früh gesehen, wie unverantwortlich wir Menschen einst mit der Umwelt umgegangen sind. Doch ist inzwischen sehr viel passiert. Natürlich kann man noch mehr tun und genau das passiert, wie allein schon der Blick auf die Stromrechnung zeigt. Nirgends in der Welt der Strom teurer als in Deutschland, weil darin unser Anteil an den erneuerbaren Energien enthalten sind. Ich brauche keine schreienden Kids, die mich zum umdenken auffordern.

Mehr Sachlichkeit, weniger Fanatismus und Vorverurteilungen braucht es jetzt. Freund-Feind-Denken in einer Demokratie, die vom Streiten lebt, ist suboptimal, zumal es nicht die eine Lösung für jedes Problem gibt. Niemand hat das Recht für sich gepachtet, alles zu wissen. Der letzte, der alles wusste, war das Universalgenie Gottfried Wilhelm Leibniz. Das ist 300 Jahre her. Die Welt hat mehr davon, wenn wir alle in einen Dialog treten und Schritt für Schritt eine neue Welt erschaffen, statt nur mit dem Finger auf die anderen zu zeigen.

Ich bin für einen Freitag der Vernunft (friday for reason)

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