Ihr Geld (kann) ein Vermögen wert sein

Vermögen

Sie sehen, ich schreibe im Konjunktiv. Nicht so die Fondsgesellschaft der Deutschen Bank-Gruppe, die DWS. In Ihrem Anlageprospekt „DWS FlexPension – eine innovative Lösung für die private Altersvorsorge“ schreibt sie: „Ihr Geld ist ein Vermögen wert“. Auch bei der DWS? Mir kommen Zweifel.

2003 startete die Fondsgesellschaft mit dem neuen „DWS FlexPension-Konzept“. Das Anlageziel formulierte sie wie folgt: „Die unsichere Zukunft des Rentensystems führt zu einem immer höheren Bedarf an privater Altersvorsorge und langfristigen Anlagemöglichkeiten, wie z. B. Sparplänen, der bisher überwiegend durch traditionelle Lebensversicherungen abgedeckt wurden. Der DWS FlexPension bietet nun einen neuen, innovativen Ansatz für die private Altersvorsorge. Ein vielversprechender Lösungsansatz, der ein dynamisches Fondskonzept mit einer Kapitalgarantie zum Laufzeitende kombiniert…“

Na, dass ist doch mal ne Ansage, dieser innovative, vielversprechender, dynamischer Ansatz für die private Altersvorsorge. Doch wie das nun mal so ist mit Versprechungen. Man kann sie halten, muss man aber nicht. Das wird zu einem echten Problem, wenn man den vollmundigen Versprechen der Experten bedingungslos folgt, so wie die Anleger, die nicht verstanden haben, dass Sicherheit und hohen Renditen einander ausschließen. Da kannst du noch so viele innovative dynamische Ansätze haben. Der Markt ist für alle gleich. Niemand kann zaubern oder ist im Besitz einer seriösen wie sicheren Geldvermehrungsformel. Die Regeln gelten für alle.

Behalten Sie Ihr Vermögen im Blick

Durch geschickte Formulierungen und Anlageberatern, denen häufig (nicht immer) ihr Hemd näher ist als die Jacke, lassen sich stets neue Anleger einfangen. Das ist solange kein Problem, wie die Märkte funktionieren. Es wird zu einem großen Problem, wenn genau das nicht mehr sichergestellt werden kann. Genau aus diesem Grund stellt die DWS ihre milliardenschwere FlexPension-Reihe ein. Wegen der negativen Zinsen geht das Konzept nicht mehr auf. Die DWS wird am 12.11.2019 alle neun ausstehenden Teilfonds DWS FlexPension zum Garantiewert liquidieren. Das ist auch aus Sicht der DWS bitter, doch wie sagt ein Sprecher der Gesellschaft:

„Wir bieten unseren Kunden bessere Alternativen“. Ja dann ist doch alles klar. Dann kann sich das Anlagevolumen von 2,6 Milliarden Euro sehr freuen. Gibt sicher wieder einen vielversprechenden wie innovativen Lösungsansatz für die Anleger. Vorher empfehle ich denen einen Kassensturz. Die Betroffenen tun gut daran, sich ihre „alte FlexPension“ genauer anzuschauen. Was haben sie eingezahlt? Was erhalten sie zurück? Und wenn sie sehr mutig sind, dann berechnen sie noch, wie viel Geld ihnen während dieser Zeit verloren gegangen ist. Immerhin gab es zu jeder Zeit die Möglichkeit, sein Geld „normal“ arbeiten zu lassen, und zwar mit Anlagen, die noch nie einen innovativen, vielversprechenden und dynamischen Ansatz für die private Altersvorsorge verfolgten. Sie haben einfach nur ihren Job gemacht und somit den Anlegern fette Renditen gesichert.

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