Sparkasse – (k)ein Fels in der Brandung

Kaum jemand, der diesen Werbesatz nicht beenden könnte: „Wenn´s ums Geld geht Sparkasse“, selbst wenn man ihn heute nicht mehr so oft hört. Denn auch die Sparkasse hat die besten Zeiten hinter sich. War sie für ihre Kunden in der Vergangenheit doch stets ein Fels in der Brandung. Ein Synonym für Vertrauen, Ehrlichkeit und Verlässlichkeit. Das ist vielerorts Geschichte.

Rund 16.000 Kunden der Sparkasse Nürnberg hatten zwischen 1993 und 2005 nach Medienangaben rund 21.000 Prämienverträge abgeschlossen. Ihnen wurden Prämien von bis zu 50 Prozent nach 15 Jahren auf die jährlich eingezahlten Beiträge garantiert. Dieses Versprechen wurde gebrochen, indem die Sparkasse die bestehenden Verträge zu Ende September 2019 kündigte. Mit diesem Schritt dürfte die Glaubwürdigkeit der Sparkassen großen Schaden nehmen. Haben die Sparer doch fest mit den „garantierten“ Zinserträgen gerechnet. Als Grund gab die Sparkasse die anhaltende Niedrigzinsphase an den Finanzmärkten an. Man sei nicht mehr in der Lage, die versprochenen Renditen zu erwirtschaften. Das mag sein, doch galt bisher nicht „Versprochen ist versprochen und wird auch nicht gebrochen“? Auch wenn eine Sparkasse nicht in die Zukunft schauen kann, so kann sie später sichtbare Risiken nicht einfach auf die Kunden abwälzen.

Wie verhält es sich umgekehrt?

Recht im Unrecht gibt es nicht. Wenn ein Sparkassenkunde vor fünf Jahren eine Hypothek zur Finanzierung seines Eigenheims zu einem Zinssatz von 4 Prozent abgeschlossen hat, kann er diesen Vertrag nicht einseitig kündigen, um die Restschuld mit einem deutlich geringeren Zinssatz zu finanzieren. Das würde seine Sparkasse nicht dulden. Gleiches gilt für den Dispo-Zins. Nach Angaben von Stiftung Warentest liegt der durchschnittlichen Dispozins im bundesweiten Durchschnitt bei 9,68 Prozent. Damit liegt er nur knapp unter Vorjahresniveau, obwohl sich seit dem sehr viel getan hat am Zinsmarkt. Zinssenkungen werden verzögert oder gar nicht an Kunden weitergegeben. Zinserhöhungen dagegen sofort. Ich erinnere mich noch sehr genau an die Zeit nach der Finanzkrise 2008. Mit Steuergeldern wurden viele Banken vor dem Untergang gerettet. Im Gegenzug versprachen sie uns, sich bessern zu wollen.

Heute wissen wir: Versprochen, gebrochen!

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