Whatever it takes – Das monetäre Füllhorn sprudelt weiter

EZB-Spitze

Die EZB hat den Papst in der Tasche. Sie kann sich freuen. Lenkt doch die Hysterie rund um das Klima von ihrem desaströsen Verhalten ab. Es scheint derzeit nichts Wichtigeres zu geben als das Klima. Darüber spricht jeder. Doch keiner legt sich ein klimafreundliches Verhalten zu. Wäre es anders, die Autobahnen wären weniger verstopft, Apple hätte einen Umsatzeinbruch, weil keiner mehr den Klimakiller Smartphone benötigt, Amazon hätte weniger zu tun, da die Menschen mehr vor Ort statt Online kaufen würden. Die regionalen Bauern könnten die Nachfrage nach frischem Obst und Gemüse nicht mehr bedienen. Zudem trügen die Menschen keine Kleidung aus Fernost, da sie ihre Pullover und Strümpfe selbst stricken würden. Tankstellen gingen reihenweise pleite, da das Fahrrad zum Verkehrsmittel Nr. 1 geworden ist. Ja, so ist sie, die naive Sicht der Menschen auf die Wirklichkeit. Sie fordern, dass sich die anderen ändern, während sie weiterhin mahnend den Zeigefinger erheben, um sich selbst nicht verändern zu müssen. In Sachen Geld sieht es auch nicht viel anders aus.

Das Lieblingswort der Politik ist „Nachhaltigkeit„. Trotz größter Abneigung unter den Parteien gibt es hierzu einen parteiübergreifenden Konsens. Die Forderung, schonender mit den Ressourcen umzugehen und zudem nicht länger auf Kosten künftiger Generationen zu leben erfreut sich breiter Zustimmung. Genau daran aber fehlt es in Sachen Geldpolitik. Die Rente mit 63 mag viele erfreuen. Die Rechnung wird die nächste Generation zu zahlen haben. Dabei hat sie schon genug mit der desolaten Zinspolitik der EZB zu tun.

Die EZB-Spitze

Hier wird Signore Prof. Dr. Mario Draghi im Herbst seinen Chef-Posten räumen. Er geht damit als erster Präsident, der in seiner „Amtszeit“ keine einzige Zinserhöhung durchgeführt hat, in die Geschichtsbücher ein. Genauso seine drei berühmten Worte: „Whatever it takes“. Als der monetäre Super-GAU drohte versprach er unter allen Umständen zu helfen. Er hat Wort gehalten und damit sozusagen ein monetäres Füllhorn erschaffen. Damit sollten in erster Linie die verschuldeten Euro-Südländer gerettet werden. Doch getreu dem Motto: „Ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich ganz ungeniert“ sprudelt das Füllhorn bis heute. Wer geglaubt hat, dass der Italiener eines Tages zur Vernunft kommen wird, irrte. Groß war die Hoffnung, sein Nachfolger kommt aus Deutschland, um an die Erfolge der Deutschen Bundesbank anzuknüpfen. Weit gefehlt. Aber absehbar.

Während die Medien mit den Klima-Hype beschäftigt waren, schaffte die „EU-Finanzelite“ Tatsachen, die uns noch bitter aufstoßen werden. Nach dem Franzosen Trichet und dem Italiener Draghi wird im Herbst der Chef-Posten zum dritten Mal in Folge an eine Person aus dem Süden der Eurozone vergeben, und zwar an Frau Christine Madeleine Odette Lagarde, kurz Christine Lagarde. Damit ist ihr Eintrag ins Geschichtsbuch in zweifacher Hinsicht gesichert. Zum einen ist sie die erste Frau an der EZB-Spitze, zum anderen ist sie Juristin und damit keine Ökonomin. Letzteres verwundert nicht wirklich. Wer besetzt heute noch wichtige Posten mit Menschen, die Ahnung von ihrem Amt haben? Wenn eine Politikwissenschaftlerin Deutschlands Verteidigungsministerin werden kann und ein Bankkaufmann Gesundheitsminister, dann darf eine Juristin natürlich Chefin der Europäischen Zentralbank sein. Ihre Vorgänger kamen allesamt aus der Bankenwelt. Das lässt erahnen, wohin die Reise gehen wird.

Was kommt in Zukunft auf uns zu?

Die EZB wird sich unter ihrer Führung noch weiter politisieren und damit immer weniger unabhängiger werden. Zudem dürfte Frau Lagarde mehr um das Wohl der Südländer als das der starken Eurozonen-Länder besorgt sein, was zu einer weiteren Geldflut führen wird. Das wird die Welt des Geldes endgültig auf den Kopf stellen. Waren Null Prozent Zinsen eine Sensation, so wird unter Lagarde in Negativrekord nach dem anderen gebrochen werden. Statt Zinsen zu kassieren, werden Sparer dafür zahlen müssen, wenn sie ihr Geld anlegen möchten. Nicht nur für private Sparer sind das sehr schlechte Nachrichten, sondern insbesondere für die Lebensversicherungsgesellschaften und Pensionskassen.

Während der Staat in Sachen Klima die Nachhaltigkeit vor Augen hat, scheint er diese in Sachen Altersvorsorge geradezu mit Füßen zu treten. Obwohl er eine gehörige Mitschuld an dieser Zinspolitik trägt, zwingt er seine Bürger mithilfe der staatlichen Förderprogramme weiterhin in Versicherungen und Pensionskassen. Dabei steht bereits ein Drittel dieser Institute unter staatlicher Beobachtung der BaFin, da es um ihre finanzielle Stabilität nicht zum Besten bestellt ist. Wer unter diesen Umständen weiterhin sein Geld in staatlich geförderte „Geld-Produkte“ investiert, muss mit dem Klammerbeutel gepudert sein.

Es sind nicht nur die Zinsen, die diese Anlagen so gefährlich machen. Die Inflation befeuert das Problem zusätzlich. Sie werden mehr Freude daran haben, Ihr Geld von der Rheinbrücke zu werfen, als es weiterhin denen anzuvertrauen, die nur ihren eigenen geschäftlichen Vorteil verfolgen. Nur wenn Sie bereit sind, sich selbst um Ihr Geld zu kümmern, können Sie es mehren. Alles andere treibt Sie in die Armut.

 

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